{"id":1052,"date":"2018-12-21T15:45:09","date_gmt":"2018-12-21T14:45:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/?p=1052"},"modified":"2018-12-21T16:57:44","modified_gmt":"2018-12-21T15:57:44","slug":"smart-working-steuerrechtliche-aspekte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/12\/21\/smart-working-steuerrechtliche-aspekte\/","title":{"rendered":"&#8222;Smart Working&#8220; &#8211; Steuerrechtliche Aspekte"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Arbeit findet immer \u00f6fter am Computer und in der Cloud statt. Per Mobiltelefon sind wir \u00fcberall auf der Welt erreichbar. Oft ist es gar nicht mehr n\u00f6tig, an einem bestimmten Ort zu arbeiten und Arbeitgeber betreiben immer \u00f6fter das Konzept &#8222;<a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/11\/22\/homeoffice-was-gilt\/\">Smart Working<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Sofern ein Steuerpflichtiger regelm\u00e4ssig einen wesentlichen Teil seiner beruflichen T\u00e4tigkeit (ca. zwei volle Tag pro Woche im Durchschnitt) zuhause erledigen muss, weil der Arbeitgeber kein geeignetes Arbeitszimmer zur Verf\u00fcgung stellt, und ein Raum hierf\u00fcr ausgeschieden wird, der zur Hauptsache beruflichen und nicht privaten Zwecken dient, darf der Steuerpflichtige, die Kosten f\u00fcr dieses Zimmer steuerlich in Anschlag bringen (vgl. Art. 26 A.bs. 1 lit c. DBG). Wird ein Arbeitszimmer haupts\u00e4chlich, aber nicht ausschliesslich f\u00fcr berufliche Zwecke verwendet, so ist der f\u00fcr die private Nutzung anfallende Kostenanteil den Lebenshaltungskosten zuzurechnen. Mithin ist also nur ein Teil der auf dieses Zimmer entfallen Kosten steuerlich abzugsf\u00e4hig.<\/p>\n<h4><a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=%282C_1033%2F2017%29&amp;rank=1&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=aza%3A%2F%2F31-05-2018-2C_1033-2017&amp;number_of_ranks=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>BGE vom 31. Mai 2018 (2C_1033\/2017)<\/u><\/a><\/h4>\n<p>Ein Steuerpflichtiger arbeitete f\u00fcr einen Arbeitgeber, der das Konzept &#8222;Smart-Working&#8220; betrieb. Dabei standen f\u00fcr 80 % der Mitarbeitenden flexible Arbeitspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung. Dies ging nach Meinung des Arbeitgebers auf, weil ein Teil der Mitarbeitenden im Aussendienst, in den Ferien oder krank sei bzw. von zu Hause aus arbeiten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Der Steuerpflichtige machte den Abzug f\u00fcr das Arbeitszimmer geltend mit der Begr\u00fcndung, dass Abwesenheiten naturgem\u00e4ss nichtlinear seien, so dass nicht immer gen\u00fcgend Arbeitspl\u00e4tze vorhanden seien. Die dem Konzept &#8222;Smart-Working&#8220; zugrunde liegende Theorie w\u00fcrde das <a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/11\/22\/homeoffice-was-gilt\/\">Home-Office<\/a> und damit ein separates Arbeitszimmer geradezu implizieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Alle Instanzen, inkl. das Bundesgericht, verweigerten ihm diesen Abzug.<\/p>\n<p>F\u00fcr das gilt es als notorisch, dass Arbeitgeber immer h\u00e4ufiger innovative Arbeitskonzepte umsetzen w\u00fcrden, welche sich erheblich vom klassischen Einzelb\u00fcro bzw. Grossraumb\u00fcro mit individuell ausgeschiedenen Einzelarbeitspl\u00e4tzen unterscheiden w\u00fcrden. Solche Konzepte und somit auch das fragliche &#8222;Smart-Working&#8220;-Konzept, k\u00f6nnten durchaus dazu f\u00fchren, dass Arbeitnehmer gezwungen seien, auf einen Arbeitsplatz zu Hause auszuweichen.<\/p>\n<p>Im vorliegenden Fall erkannte allerdings das Bundesgericht darauf, dass es dem Steuerpflichtigen nicht gelungen war zu beweisen, dass der Arbeitnehmer regelm\u00e4ssig einen wesentlichen Teil der ihm obliegenden Arbeiten zu Hause ausf\u00fchren <u>musste<\/u>. Diesen Beweis h\u00e4tte er aber \u2013 mit Blick auf die allgemeine Beweislastregel \u2013 erbringen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Damit best\u00e4tigt das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung und h\u00e4lt \u2013 trotz Anerkennung, das moderne Arbeitsverh\u00e4ltnisse alte Strukturen teilweise abl\u00f6sen \u2013 daran fest, dass es des Beweises bedarf, wonach ein wesentlicher Teil der einem Arbeitnehmer obliegenden Arbeiten regelm\u00e4ssig zuhause ausgef\u00fchrt werden <u>muss<\/u>. Arbeitet der Arbeitnehmer mithin also freiwillig zuhause, obwohl ihm ein anderer Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung steht, kann er die Kosten f\u00fcr das Arbeitszimmer steuerlich nicht in Abzug bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Autoren: <a href=\"http:\/\/www.vfs-partner.ch\/index.php\/de\/partner\/reto-sutter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reto Sutter<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/person\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nicolas Facincani<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Arbeit findet immer \u00f6fter am Computer und in der Cloud statt. Per Mobiltelefon sind wir \u00fcberall auf der Welt erreichbar. Oft ist es gar nicht mehr n\u00f6tig, an einem bestimmten Ort zu arbeiten und Arbeitgeber betreiben immer \u00f6fter das Konzept &#8222;Smart Working&#8222;. 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