{"id":4288,"date":"2024-02-23T21:32:06","date_gmt":"2024-02-23T20:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/?p=4288"},"modified":"2024-02-23T21:33:36","modified_gmt":"2024-02-23T20:33:36","slug":"moeglichkeiten-bei-einer-zeugnisklage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2024\/02\/23\/moeglichkeiten-bei-einer-zeugnisklage\/","title":{"rendered":"M\u00f6glichkeiten bei einer Zeugnisklage"},"content":{"rendered":"<p>Gem\u00e4ss Art. 330a Abs. 1 OR kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber jederzeit ein Zeugnis verlangen, das sich \u00fcber die Art und Dauer des Arbeitsverh\u00e4ltnisses sowie \u00fcber die Qualit\u00e4t seiner Arbeit und sein Verhalten ausspricht. Die Wahl der Formulierung obliegt nach dem Grundsatz von Treu und Glauben grunds\u00e4tzlich dem Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf eine bestimmte Formulierung (BGE 144 II 345 E. 5.2.3; Urteile 4A_137\/2014 vom 10. Juni 2014 E. 4; 4A_117\/2007 vom 13. September 2007 E. 7.1; 4C.129\/2003 vom 5. September 2003 E. 6.1).<\/p>\n<p>In der Praxis ist immer wieder strittig, wie genau bei einer Klage auf Ausstellung eines\u00a0<a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/10\/31\/erwaehnung-laengerer-absenzen-im-arbeitszeugnis\/\">Arbeitszeugnisses<\/a> vorzugehen ist (prozessuales Vorgehen) bzw., ob der Arbeitnehmer den Text des Zeugnisses in seiner Klage auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses selbst formulieren kann.<\/p>\n<p>Das Obergericht des Kantons Z\u00fcrich hat im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.gerichte-zh.ch\/fileadmin\/user_upload\/entscheide\/oeffentlich\/LA180028-O4.pdf\">Entscheid LA180028 vom 3. Dezember 2018<\/a>\u00a0 zu dieser Frage Stellung bezogen und r\u00e4umt dem Arbeitnehmer das Recht zu einem einstufigen Vorgehen (Erf\u00fcllungsklage mit konkretem Zeugnistext) ein. Hierzu das Obergericht:<\/p>\n<p><em>Gem\u00e4ss Art. 330a OR kann der Arbeitnehmer jederzeit vom Arbeitgeber ein Zeugnis verlangen, das sich \u00fcber die Art und Dauer des Arbeitsverh\u00e4ltnisses sowie \u00fcber seine Leistungen und sein Verhalten ausspricht (Abs. 1). Auf besonderes Verlangen des Arbeitnehmers hat sich das Zeugnis auf Angaben \u00fcber die Art und Dauer des Arbeitsverh\u00e4ltnisses zu beschr\u00e4nken (Abs. 2). Der Anspruch auf Ausstellung eines Zeugnisses ist mit einer entsprechenden Leistungsklage durchsetzbar (BGE 129 III 177 E. 3.2 und 3.3).\u00a0<strong>Dabei ist dem Arbeitnehmer zur Vermeidung eines allf\u00e4lligen Folgeprozesses betreffend Berichtigung das Recht einzur\u00e4umen, bereits die Erf\u00fcllungsklage mit einem konkreten Zeugnistext zu verkn\u00fcpfen<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Das Bundesgericht hat diesen Fall nun auch klar beantwortet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-III-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BGE 129 III 177<\/a> und weitere Urteile<\/h3>\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-III-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BGE 129 III 177<\/a> wurde der Fall betrachtet, dass der Arbeitnehmer nach einer Klage auf Ausstellung ein Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis erhielt, mit dem Wortlaut er nicht einverstanden war, weshalb er eine Klage auf Berichtigung einreicht (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-III-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BGE 129 III 177 E. 3.3<\/a>).<\/p>\n<p>In mehreren Urteilen hatte das Bundesgericht nichts dagegen einzuwenden, dass der Arbeitnehmer in seiner Klage auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses selbst ein solches formuliert hatte, wobei ihm diese M\u00f6glichkeit jedoch von seiner Gegenpartei nicht streitig gemacht wurde (vgl. BGer. So z.B. Urteile 4A_327\/2023 vom 18. Januar 2024 Sachverhalt B.a; 4A_505\/2018 vom 3. Juni 2019 Sachverhalt B.a; 4A_173\/2018 vom 29. Januar 2019 Dispositiv Ziff. 2.4; 4A_205\/2016 vom 23. Juni 2016 Sachverhalt B.a; 4A_285\/2015 vom 22. September 2015 Sachverhalt B.; 4A_60\/2014 vom 22. Juli 2014 Sachverhalt B.).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Lehre zum zweistufigen Vorgehen<\/h3>\n<p>Ein Teil der Lehre hatte <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-III-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BGE 129 III 177<\/a> so interpretiert, dass er ein zweistufiges Vorgehen vorschreibt: Der Arbeitnehmer, der \u00fcber kein Arbeitszeugnis verf\u00fcgt, m\u00fcsste zuerst eine Klage auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses einreichen und dann, nach Erhalt des Zeugnisses, eine allf\u00e4llige Berichtigungsklage mit der Formulierung der verlangten \u00c4nderungen einreichen (BORIS ETTER, in Arbeitsvertrag, Etter \/Facincani\/Sutter (Hrsg.), S. 131 ff. ), 2021, Nr. 70 zu Art. 330a OR; WOLFGANG PORTMANN\/ROGER RUDOLPH, in Basler Kommentar Obligationenrecht I, 7. Aufl. 2020, Nr. 10 zu Art. 330a OR; ULLIN STREIFF\/ADRIAN VON KAENEL\/ROGER RUDOLPH, Arbeitsvertrag, 7. 2012, Nr. 5 zu Art. 330a OR; OLIVIER SUBILIA\/JEAN-LOUIS DUC, Droit du travail, \u00e9l\u00e9ments de droit suisse, 2010, Nr. 16 zu Art. 330a OR; AUR\u00c9LIEN WITZIG, Droit du travail, 2018, N. 980).<\/p>\n<p>Einige Autoren pl\u00e4dierten aber daf\u00fcr, dass ein Arbeitnehmer, der nie ein Arbeitszeugnis erhalten hat, auf die Ausstellung eines Zeugnisses klagen kann, dessen Text er selbst erstellt, in analoger Anwendung der Regeln, die f\u00fcr die Klage auf \u00c4nderung des Zeugnisses aufgestellt wurden. So k\u00f6nnte der Arbeitnehmer auf die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses schlie\u00dfen, dessen Wortlaut er als Anhang hinterlegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/05-02-2024-4A_50-2023&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BGer 4A_50\/2023 vom 5. Februar 2024<\/a><\/h3>\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza:\/\/05-02-2024-4A_50-2023&amp;lang=de&amp;zoom=&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BGer 4A_50\/2023 vom 5. Februar 2024<\/a> machte die Arbeitgeberin geltend, dass die Arbeitnehmerin nicht berechtigt gewesen sei, eine Formulierung f\u00fcr das Arbeitszeugnis in der Klage vorzuschlagen, da sie eine Klage auf Ausstellung des Arbeitszeugnisses und nicht auf \u00c4nderung desselben eingereicht habe. Die Arbeitgeberin berief sich auf BGE 129 III 177 und den Grundsatz, dass die Wahl der Formulierung des Zeugnisses dem Arbeitgeber zustehe.<\/p>\n<p>Das Bundesgericht f\u00fchrte aus, dass ein Arbeitnehmer, der die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses beantrage und dessen Wortlaut vorschl\u00e4gt, dem Arbeitgeber die Bestimmung des Inhalts des Zeugnisses und eine eventuelle Schlichtung \u00fcber dessen Inhalt erleichtern. Hingegen k\u00f6nnte der Arbeitnehmer nicht gezwungen werden, einen Text zu formulieren, wenn er eine Klage auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses einreiche, da die Ausstellung und Zusammenstellung des Arbeitszeugnisses eine Pflicht des Arbeitgebers bleiben.<\/p>\n<p>Die Rechtskraft des Urteils in einem solchen Fall h\u00e4nge von den Antr\u00e4gen und dem Sachverhaltskomplex in der Klage auf Ausstellung des Arbeitszeugnisses ab. Wenn der Arbeitnehmer auf die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses mit einem bestimmten Inhalt geklagt habe, k\u00f6nne er danach keine Klage auf Berichtigung des erhaltenen Arbeitszeugnisses einreichen, da der Inhalt des Zeugnisses rechtskr\u00e4ftig geworden ist. Hat der Arbeitnehmer nur auf die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses geklagt (ohne speziellen Wortlaut), k\u00f6nne er sp\u00e4ter eine Klage auf Berichtigung einreichen, wenn er mit dem Inhalt des Zeugnisses nicht zufrieden sei, sei es, weil es Fehler oder L\u00fccken enth\u00e4lt oder weil es irref\u00fchrend oder mehrdeutig ist.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten wird es gem\u00e4ss Bundesgericht einem Arbeitnehmer zugestanden, eine Klage auf Ausstellung eines Arbeitszeugnisses mit einem konkreten Wortlaut zu verbinden.<\/p>\n<p><em>6.1.4.\u00a0Bie n qu&#8217;un proc\u00e8s en d\u00e9livrance d&#8217;un certificat portant sur la formulation de celui-ci puisse s&#8217;av\u00e9rer complexe en raison des preuves \u00e0 apporter concernant les prestations du travailleur, son attitude et son temp\u00e9rament (ADRIAN VON KAENEL, in Arbeitsrecht, Portmann\/von Kaenel (\u00e9dit.), 2018, n\u00b0 23.22), la situation est identique dans l&#8217;action en rectification, dans laquelle le travailleur supporte le fardeau de la preuve de ce qu&#8217;il de mande de corriger dans son certificat de travail (arr\u00eats 4A_270\/2014 pr\u00e9cit\u00e9 consid. 3.2.2; 4C.237\/2006 du 24 novembre 2006 consid. 5). \u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Quant au principe selon lequel le choix de la formulation du certificat de travail appartient \u00e0 l&#8217;employeur (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-345%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page345\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ATF 144 II 345<\/a>\u00a0consid. 5.2.3; arr\u00eats 4A_137\/2014 du 10 juin 2014 consid. 4; 4A_117\/2007 du 13 septembre 2007 consid. 7.1; 4C.129\/2003 du 5 septembre 2003 consid. 6.1), celui-ci est de toute fa\u00e7on limit\u00e9 par le principe selon lequel le certificat doit \u00eatre complet et exact (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-345%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page345\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ATF 144 II 345<\/a>\u00a0consid. 5.2.1).\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Le travailleur qui conclut \u00e0 la d\u00e9livrance d&#8217;un certificat de travail dont il propose la formulation, facilite la d\u00e9termination de l&#8217;employeur ainsi qu&#8217;une \u00e9ventuelle conciliation portant sur son contenu. En revanche, le travailleur ne peut pas \u00eatre contraint sous peine d&#8217;irrecevabilit\u00e9 de formuler un texte lorsqu&#8217;il introduit une action en d\u00e9livrance d&#8217;un certificat de travail; la d\u00e9livrance et la composition de celui-ci restant une obligation de l&#8217;employeur (ULLIN STREIFF\/ADRIAN VON KAENEL\/ROGER RUDOLPH, Arbeitsvertrag, 7e \u00e9d. 2012, n\u00b0 5 ad\u00a0art. 330a CO).\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>L&#8217;autorit\u00e9 de la chose jug\u00e9e du jugement dans un tel cas d\u00e9pendra des conclusions prises et du complexe des faits dans l&#8217;action en d\u00e9livrance du certificat de travail (cf.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-III-126%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page126\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ATF 139 III 126<\/a>\u00a0consid. 3;\u00a0116 II 783\u00a0consid. 2a). Si le travailleur a conclu \u00e0 la d\u00e9livrance d&#8217;un certificat de travail avec un contenu d\u00e9termin\u00e9, il ne pourra pas introduire ensuite d&#8217;action en rectification du certificat de travail obtenu, le contenu de celui-ci ayant acquis autorit\u00e9 de la chose jug\u00e9e. Si le travailleur a seulement conclu \u00e0 la d\u00e9livrance d&#8217;un certificat de travail, il pourra engager ensuite une action en rectification si le contenu de celui-ci ne le satisfait pas, soit parce qu&#8217;il contient des erreurs, des lacunes, soit parce qu&#8217;il est trompeur ou ambigu (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-III-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ATF 129 III 177<\/a>\u00a0consid. 3.2).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die Klage auf Ab\u00e4nderung des Arbeitszeugnisses<\/h3>\n<p>Bei der Klage auf Berichtigung des Arbeitszeugnisses muss der Arbeitnehmer den verlangten Text selbst so formulieren, dass das Gericht ihn unver\u00e4ndert in sein Urteil \u00fcbernehmen kann. Es ist Sache des Arbeitnehmers, die Tatsachen zu beweisen, die die Ausstellung eines anderen als des ihm ausgeh\u00e4ndigten Arbeitszeugnisses rechtfertigen. Der Arbeitgeber muss bei der Untersuchung des Falles mitwirken und die Tatsachen, die seine negative Beurteilung begr\u00fcnden, begr\u00fcnden. Weigert er sich, dies zu tun, oder kann er seine Position nicht begr\u00fcnden, kann der Richter den Antrag auf Berichtigung als begr\u00fcndet betrachten.<\/p>\n<p><em>6.1.2.\u00a0L&#8217;action en d\u00e9livrance du certificat de travail, qui est une action condamnatoire (<a href=\"https:\/\/www.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/de\/php\/aza\/http\/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-III-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177\">ATF 129 III 177<\/a>\u00a0consid. 3.3) se distingue de l&#8217;action en rectification du certificat de travail (arr\u00eat 4A_270\/2014 du 18 septembre 2014 consid. 3.2.1). La premi\u00e8re est ouverte au travailleur qui n&#8217;a pas obtenu de certificat de travail de son employeur, tandis que la seconde vise \u00e0 obtenir la modification du certificat de travail d\u00e9livr\u00e9, dont le contenu ne refl\u00e8te pas la r\u00e9alit\u00e9, notamment parce qu&#8217;il est lacunaire, inexact, trompeur ou ambigu (arr\u00eat 4A_270\/2014 du 18 septembre 2014 consid. 3.2.1; DAVID AUBERT, in Commentaire du contrat de travail, Dunand\/Mahon (\u00e9dit.) 2e \u00e9d. 2022, n\u00b0 49 ad\u00a0art. 330a CO).<\/em><\/p>\n<p><em>Dans l&#8217;action en rectification du certificat de travail, le travailleur doit formuler lui-m\u00eame le texte requis, de mani\u00e8re \u00e0 ce que le tribunal puisse le reprendre sans modification dans son jugement (arr\u00eat 4A_270\/2014 pr\u00e9cit\u00e9 consid. 3.2.2 et les r\u00e9f\u00e9rences cit\u00e9es). Il appartient au travailleur de prouver les faits justifiant l&#8217;\u00e9tablissement d&#8217;un certificat de travail diff\u00e9rent de celui qui lui a \u00e9t\u00e9 remis. L&#8217;employeur devra collaborer \u00e0 l&#8217;instruction de la cause, en motivant les faits qui fondent son appr\u00e9ciation n\u00e9gative. S&#8217;il refuse de le faire ou ne parvient pas \u00e0 justifier sa position, le juge pourra consid\u00e9rer que la demande de rectification est fond\u00e9e (arr\u00eats 4A_270\/2014 du 18 septembre 2014 consid. 3.2.1; 4A_117\/2007 du 13 septembre 2007 consid. 7.1).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Weitere relevante Beitr\u00e4ge zu Arbeitszeugnissen<\/h4>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2019\/11\/23\/unterzeichnung-des-arbeitszeugnisses\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unterzeichnung von Arbeitszeugnissen<\/a><\/li>\n<li class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2019\/04\/06\/sind-krankheiten-im-arbeitszeugnis-zu-erwaehnen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sind Krankheiten im Arbeitszeugnis zu erw\u00e4hnen?<\/a><\/li>\n<li class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/10\/31\/erwaehnung-laengerer-absenzen-im-arbeitszeugnis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erw\u00e4hnung l\u00e4ngerer Absenzen im Arbeitszeugnis<\/a><\/li>\n<li class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/10\/10\/rueckgabeanspruch-des-arbeitgebers-auf-das-arbeitszeugnis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">R\u00fcckgabeanspruch des Arbeitgebers auf das Arbeitszeugnis<\/a><\/li>\n<li class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2019\/10\/22\/prozessuales-vorgehen-bei-einer-zeugnisklage-erfuellungsklage\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorgehen bei einer Zeugnisklage \u2013 Erf\u00fcllungsklage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2021\/01\/18\/verjaehrungfrist-fuer-zeugnisforderungen-10-jahre\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verj\u00e4hrung von Arbeitszeugnissen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2020\/01\/27\/haftung-fuer-ein-falsches-zeugnis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Haftung f\u00fcr ein falsches Arbeitszeugnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2020\/08\/24\/die-arbeitsbestaetigung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Arbeitsbet\u00e4tigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2020\/07\/09\/referenzen-im-arbeitsrecht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Referenzen im Arbeitsrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2021\/07\/15\/zeugnisinhalt-verhalten-gegenueber-kunden-mitarbeitenden-und-vorgesetzten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zeugnisinhalt: Verhalten gegen\u00fcber Kunden, Mitarbeitenden und Vorgesetzten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2021\/02\/28\/die-erstellung-von-arbeitszeugnissen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erstellung von Arbeitszeugnissen<\/a><\/li>\n<li>W<a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2021\/07\/22\/wir-bedauern-das-ausscheiden-bedauernsbekundungen-im-arbeitszeugnis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ir bedauern das Ausscheiden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2021\/12\/02\/rechtliche-zulaessigkeit-von-arbeitszeugnissen-mit-schulnoten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zul\u00e4ssigkeit von Arbeitszeugnissen mit Schulnoten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2022\/11\/05\/arbeitszeugnisse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitszeugnisse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2023\/02\/17\/3859\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Streitwert des Arbeitszeugnisses<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2023\/09\/14\/krankheiten-und-negative-aeusserungen-im-arbeitszeugnis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krankheiten und negative \u00c4usserungen im Arbeitszeugnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2024\/01\/02\/hinweis-zu-den-umstaenden-des-austritts-im-arbeitszeugnis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hinweis zu den Umst\u00e4nden des Ausscheidens im Arbeitszeugnis<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Autor:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/person\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nicolas Facincani<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Weitere umfassende Informationen zum Arbeitsrecht finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.exlibris.ch\/de\/buecher-buch\/deutschsprachige-buecher\/boris-etter\/arbeitsvertrag\/id\/9783727235108\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Umfassende Informationen zum Gleichstellungsrecht finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.exlibris.ch\/de\/buecher-buch\/deutschsprachige-buecher\/gleichstellungsgesetz-glg\/id\/9783727222047\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gem\u00e4ss Art. 330a Abs. 1 OR kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber jederzeit ein Zeugnis verlangen, das sich \u00fcber die Art und Dauer des Arbeitsverh\u00e4ltnisses sowie \u00fcber die Qualit\u00e4t seiner Arbeit und sein Verhalten ausspricht. Die Wahl der Formulierung obliegt nach dem Grundsatz von Treu und Glauben grunds\u00e4tzlich dem Arbeitgeber. 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