{"id":4461,"date":"2024-09-26T21:28:39","date_gmt":"2024-09-26T19:28:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/?p=4461"},"modified":"2024-09-26T21:32:02","modified_gmt":"2024-09-26T19:32:02","slug":"hr-barometer-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2024\/09\/26\/hr-barometer-2024\/","title":{"rendered":"HR-Barometer 2024"},"content":{"rendered":"<p>Der<a href=\"https:\/\/www.unilu.ch\/fileadmin\/fakultaeten\/wf\/institute\/hrm\/dok\/HR-Barometer\/2024\/HR_Barometer_2024_final_c.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Schweizer HR-Barometer<\/a> liefert Erkenntnisse zur Arbeitssituation von Angestellten in der Schweiz. Die Studie erfasst eine Reihe von Themen, darunter gegenseitige Erwartungen und Angebote von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden als Bestandteil der Arbeitsbeziehung (psychologischer Vertrag), Praktiken des Human Resource Management wie Arbeitsgestaltung und Personalentwicklung, F\u00fchrung, Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmarktf\u00e4higkeit und Karriereorientierung. Die Studie wird von Gudela Grote, Professorin f\u00fcr Arbeits- und Organisationspsychologie der ETH Z\u00fcrich, und von Bruno Staffelbach, Leiter des Centers f\u00fcr Human Resource Management an der Universit\u00e4t Luzern, in Kooperation mit der Universit\u00e4t Z\u00fcrich regelm\u00e4\u00dfig herausgegeben.<\/p>\n<p>Die Basis des <a href=\"https:\/\/www.unilu.ch\/fileadmin\/fakultaeten\/wf\/institute\/hrm\/dok\/HR-Barometer\/2024\/HR_Barometer_2024_final_c.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HR-Barometers 2024<\/a> bildet eine Befragung von 2032 Angestellten, basierend auf dem Stichprobenregister des Bundesamtes f\u00fcr Statistik. Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Schwerpunktthema &#8222;Sinn und Unsinn in der Arbeit&#8220;. Die Befragung fand zwischen M\u00e4rz und Juni 2024 in der deutsch-, franz\u00f6sisch- und italienischsprachigen Schweiz statt.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der 2032 Befragten in der Schweiz empfindet ihre Arbeit als wichtig und sinnvoll, wobei dies ab 55 Jahren an Bedeutung gewinnt. Fast die H\u00e4lfte f\u00fchlt sich jedoch teils entfremdet, und die empfundene Langeweile ist im Vergleich zu vor 10 Jahren leicht gestiegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Inhalt HR-Barometer 2024<\/h3>\n<p>Die Verbreitung von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) im Arbeitskontext wirft die Frage auf, ob die derzeitige Form der Arbeit noch sinnvoll ist. KI-Technologien haben das Potenzial, eine Vielzahl von Aufgaben zu automatisieren und dadurch die Arbeitsweise grundlegend zu ver\u00e4ndern. Einerseits k\u00f6nnen neue Technologien die Produktivit\u00e4t steigern und Menschen von monotonen oder gef\u00e4hrlichen T\u00e4tigkeiten befreien. Andererseits ist es von entscheidender Bedeutung, den Sinn in der Arbeit f\u00fcr die Menschen zu erhalten. Im Rahmen des Schweizer HR-Barometers 2024 wird aus Sicht der Arbeitnehmenden untersucht, welchen Sinn und Unsinn sie in ihrer Arbeit wahrnehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Stellenwert der Arbeit<\/h4>\n<p>F\u00fcr die Besch\u00e4ftigten in der Schweiz hat die Arbeit einen hohen Stellenwert im Leben. Bei einem Vergleich der Wichtigkeit verschiedener Lebensbereiche zeigt sich, dass f\u00fcr die Schweizer Bev\u00f6lkerung insbesondere die Bereiche &#8222;Erwerbsarbeit&#8220; sowie &#8222;Familie und Freizeit&#8220; von gro\u00dfer Bedeutung sind. F\u00fcr erwerbst\u00e4tige Personen in der Schweiz haben diese beiden Bereiche im Durchschnitt eine hohe Relevanz von jeweils fast 30 %. Mit zunehmendem Alter gewinnt die Erwerbsarbeit an Bedeutung (von 28 auf 36 %), w\u00e4hrend die Freizeit an Relevanz verliert (von 31 auf 22 %). Die Familie stellt f\u00fcr die Befragten insgesamt den wichtigsten Lebensbereich dar, insbesondere f\u00fcr die Gruppe der mittleren Altersklasse. Im Vergleich zu 2014 hat die Familie nahezu die gleiche Bedeutung, w\u00e4hrend die Erwerbsarbeit etwas an Bedeutung verloren hat und die Freizeit an Bedeutung gewonnen hat (im Durchschnitt um etwa 4\u20135 %). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine allgemeine Tendenz besteht, der Erwerbsarbeit weniger und der Freizeit mehr Bedeutung beizumessen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Bedeutsamkeit und Entfremdung<\/h4>\n<p>Fast die H\u00e4lfte der Besch\u00e4ftigten (47 %) betrachtet ihre Arbeit als bedeutsam, f\u00fcr mehr als ein Drittel trifft dies zumindest teilweise zu (36 %). Viele sind sich insbesondere dar\u00fcber im Klaren, welche Faktoren ihre Arbeit bedeutsam machen. Es ist erfreulich, dass nahezu drei Viertel (71 %) der Befragten in ihrer Arbeit aufgehen und damit das Gef\u00fchl haben, sich dort weiterentwickeln zu k\u00f6nnen und energiegeladen und vital bei der Arbeit zu sein. Dar\u00fcber hinaus beurteilt die Mehrheit der Besch\u00e4ftigten ihre Arbeit als koh\u00e4rent, d. h. als in sich stimmig und nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Dennoch gibt jeder Zweite an, dass er sich zumindest teilweise von seiner Arbeit entfremdet f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Ein Viertel der Befragten (24 %) gibt an, sich oft oder immer von der eigenen Arbeit entfremdet zu f\u00fchlen. Die Arbeit wird von den Besch\u00e4ftigten als B\u00fcrde empfunden, sie sind desillusioniert und distanziert von ihrer T\u00e4tigkeit und ihrem Arbeitsumfeld. Hier sind die Arbeitgeber gefordert, zu handeln. Im Jahr 2024 hat sich zudem fast ein Viertel der Besch\u00e4ftigten mindestens manchmal bei der Arbeit gelangweilt, w\u00e4hrend es vor zehn Jahren nur 12 % waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Die Zufriedenheit der Besch\u00e4ftigten kann durch die Sinnhaftigkeit der Arbeit positiv beeinflusst werden<\/h4>\n<p>Wenn die Arbeit einen hohen Stellenwert im Leben der Besch\u00e4ftigten einnimmt, f\u00fchrt dies zu einem h\u00f6heren Gef\u00fchl der Bedeutsamkeit der Arbeit, zu einem h\u00f6heren Koh\u00e4renzgef\u00fchl und zu einem Aufgehen in der Arbeit (Thriving). Ist die Arbeit f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten von gro\u00dfer Bedeutung und wird der Arbeitsanreiz in erster Linie durch das finanzielle Motiv bestimmt, f\u00fchrt dies eher zu einer distanzierten Haltung und Langeweile bei der Arbeit.<\/p>\n<p>Die wahrgenommene Bedeutsamkeit der Arbeit, das Koh\u00e4renzgef\u00fchl und das Aufgehen in der Arbeit reduzieren Arbeitsplatzunsicherheit und K\u00fcndigungsabsichten, erh\u00f6hen die Arbeits- und Karrierezufriedenheit und st\u00e4rken die Verbundenheit mit dem Arbeitgeber. Eine als koh\u00e4rent empfundene Arbeit und das Aufgehen in der Arbeit reduzieren das Stressempfinden. Das Gegenteil ist der Fall, wenn Besch\u00e4ftigte sich bei der Arbeit entfremdet oder gelangweilt f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Trend zu Stagnation<\/h4>\n<p>Die Trendanalysen zeigen, dass die positive Grundstimmung bei den Besch\u00e4ftigten gegen\u00fcber den Arbeitgebenden insgesamt weiterhin bestehen bleibt. Die Einstellungen der Besch\u00e4ftigten zu ihrer Arbeit sind seit Beginn der Messungen im Jahr 2006 bis auf geringf\u00fcgige Schwankungen relativ stabil. Die Arbeitsgestaltung wird insgesamt positiv bewertet. Die Arbeitszufriedenheit und das Engagement sind nach wie vor auf hohem Niveau. Lediglich die K\u00fcndigungsabsicht ist leicht gesunken. Die gegenseitigen Erwartungen und Angebote von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden (sog. psychologischer Vertrag) stagnieren. Die Angebote der Arbeitgebenden werden von den Besch\u00e4ftigten als nahezu unver\u00e4ndert im Vergleich zu 2022 wahrgenommen. Die Erwartungen der Arbeitnehmenden bleiben mehrheitlich auf stabilem Niveau oder sind sogar leicht r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Trotz des derzeit besch\u00e4ftigungsfreundlichen Arbeitsmarktes ist fast die H\u00e4lfte der Besch\u00e4ftigten (45 %) an einer traditionellen sicherheitsorientierten Karriere im Unternehmen interessiert. In den letzten Jahren waren dies immer weniger als 40 %.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Das HR-Barometer 2024 finden Sie <a href=\"https:\/\/www.unilu.ch\/fileadmin\/fakultaeten\/wf\/institute\/hrm\/dok\/HR-Barometer\/2024\/HR_Barometer_2024_final_c.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em><strong>hier<\/strong><\/em><\/a>.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Autor:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/person\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nicolas Facincani<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Weitere umfassende Informationen zum Arbeitsrecht finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.exlibris.ch\/de\/buecher-buch\/deutschsprachige-buecher\/boris-etter\/arbeitsvertrag\/id\/9783727235108\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Umfassende Informationen zum Gleichstellungsrecht finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.exlibris.ch\/de\/buecher-buch\/deutschsprachige-buecher\/gleichstellungsgesetz-glg\/id\/9783727222047\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schweizer HR-Barometer liefert Erkenntnisse zur Arbeitssituation von Angestellten in der Schweiz. 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