{"id":4709,"date":"2025-06-28T09:24:26","date_gmt":"2025-06-28T07:24:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/?p=4709"},"modified":"2025-06-28T09:27:23","modified_gmt":"2025-06-28T07:27:23","slug":"haftung-des-arbeitnehmers-wegen-geheimnisverletzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2025\/06\/28\/haftung-des-arbeitnehmers-wegen-geheimnisverletzung\/","title":{"rendered":"Haftung des Arbeitnehmers wegen Geheimnisverletzung"},"content":{"rendered":"<p>Das Bundsgericht hatte sich im Fall BGer <a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-04-2025-4A_159-2024&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">4A_195\/2024 vom 23. April 2025<\/a> mit der Haftung eines Arbeitnehmers wegen weitergegebenen Informationen auseinanderzusetzen:<\/p>\n<p>Der Arbeitnehmer, ein erfahrener Asset-Management-Experte, war seit 2007 als COO und Verwaltungsrat, sp\u00e4ter als CEO und Verwaltungsrat angestellt. Sein Arbeitsvertrag enthielt strikte Geheimhaltungs- und R\u00fcckgabepflichten bez\u00fcglich vertraulicher Informationen und Dokumente bei Vertragsende. Das Arbeitsverh\u00e4ltnis wurde am 5. April 2011 per 5. Oktober 2011 gek\u00fcndigt, mit sofortiger Freistellung. Die Geheimhaltungspflicht bestand fort. Im August 2014 gab der Arbeitnehmer vertrauliche Informationen an eine Zeitung weiter.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang klagte die Arbeitgeberin den Arbeitnehmer auf Schadenersatz ein, wegen Vertragsverletzung. Denn angesichts der Medienberichterstattung beauftragte die Arbeitgeberin ab Juli\/August 2014 Kommunikationsagenturen und eine Anwaltskanzlei in Portugal, um ihre Reputation zu verteidigen. Vor Gericht verlangte sie vom Arbeitgeber die Zahlung von CHF 180&#8217;854.50 und EUR 18&#8217;094.04 als Ersatz f\u00fcr die Kosten der Kommunikations- und Rechtsberatung. Die Klage wurde vom Kantonsgericht Waadt abgewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Grundz\u00fcge der Arbeitnehmerhaftung<\/h3>\n<p>Nachfolgend sollen kurz \u00fcberblickartig die Grundz\u00fcge der Haftung des Arbeitnehmers dargelegt werden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Haftungsvoraussetzungen<\/h4>\n<p>Auch beim Arbeitsvertrag haftet grunds\u00e4tzlich jede Partei der anderen f\u00fcr Sch\u00e4den, welche sie durch Vertragsverletzung verursacht. Das Prinzip ist das Gleiche wie im \u00fcbrigen Vertragsrecht. Als Vertragsverletzungen kommen insbesondere die Verletzung der Arbeitspflicht, der Treuepflicht und der Sorgfaltspflicht in Frage.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss Art. 321e Abs. 1 OR ist ein Arbeitnehmer f\u00fcr Sch\u00e4den verantwortlich, die er dem Arbeitgeber absichtlich oder fahrl\u00e4ssig zuf\u00fcgt. Allerdings hat der Arbeitnehmer nur f\u00fcr das in Art. 321e Abs. 2 OR vorgegebene Sorgfaltsmass einzustehen.<\/p>\n<p>Das Mass der Sorgfalt, f\u00fcr die der Arbeitnehmer einzustehen hat, bestimmt sich nach dem einzelnen Arbeitsverh\u00e4ltnis, unter Ber\u00fccksichtigung des Berufsrisikos, des Bildungsgrades oder der Fachkenntnisse, die zu der Arbeit verlangt werden, sowie der F\u00e4higkeiten und Eigenschaften des Arbeitnehmers, die der Arbeitgeber gekannt hat oder h\u00e4tte kennen sollen. Es gibt somit keine allgemein g\u00fcltige Regel. Es wird also auf einen sog. individuellen Sorgfaltsmassstab abgestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Individuelle Beurteilung<\/h4>\n<p>F\u00fcr die Beurteilung des Verschuldens sowie der konkreten Schadenersatzbemessung ist jeder Fall anders. Ber\u00fccksichtigt werden muss stets das tats\u00e4chliche, einzelne Arbeitsverh\u00e4ltnis, das entsprechende Berufsrisiko, der notwendige Bildungsgrad respektive die n\u00f6tigen Fachkenntnisse, sowie die pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten und Eigenschaften des Arbeitnehmers, soweit sie der Arbeitgeber gekannt hat oder h\u00e4tte kennen sollen.<br \/>\nDaraus folgt etwa, dass der nicht-ausgebildete Hilfsarbeiter f\u00fcr den gleichen Fehler nicht im gleichen Mass haftbar ist, wie der langj\u00e4hrige, bestens qualifizierte Mitarbeiter. Auf der anderen Seite ist die \u00dcberwachungspflicht des Arbeitgebers entsprechend gr\u00f6sser, wenn er mit unqualifizierten Arbeitnehmern zu tun hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Schadenersatzbemessung und Reduktionsgr\u00fcnde<\/h4>\n<p>Gem\u00e4ss OR gibt es keine Obergrenze der Haftpflicht. Die Schadenersatzh\u00f6he wird allerdings einerseits ebenfalls nach Absicht, grober, mittlerer und leichter Fahrl\u00e4ssigkeit abgestuft (zur Bedeutung der Begriffe siehe den Kasten unten). Andererseits k\u00f6nnen weitere Reduktionsgr\u00fcnde die effektive Ersatzpflicht verringern. Reduktionsgr\u00fcnde sind regelm\u00e4ssig (aber nicht abschliessend):<\/p>\n<ul>\n<li>Fahrl\u00e4ssigkeit: Je geringer die Fahrl\u00e4ssigkeit, desto geringer ist das Verschulden. Ebenso f\u00fchrt dies in der Regel zu einer Reduktion der Schadenersatzpflicht.<\/li>\n<li>Berufsrisiko: Wird eine T\u00e4tigkeit ausge\u00fcbt, bei welcher ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Sch\u00e4den besteht, (sogenannte gefahren- oder schadensgeneigte Arbeit) \u2013 in Frage kommen etwa Berufschauffeure, \u00c4rzte, Automechaniker, Berufe mit Umgang mit sehr teuren Ger\u00e4ten oder mit einer hohen Komplexit\u00e4t der Arbeit \u2013, haftet der Arbeitnehmer in der Regel nicht f\u00fcr geringf\u00fcgige Sch\u00e4den oder f\u00fcr leichte Fahrl\u00e4ssigkeit bzw. das Berufsrisiko.<\/li>\n<li>Selbst- oder Mitverschulden des Arbeitgebers: Ein Selbst- oder Mitverschulden des Arbeitgebers geht zu Lasten des Arbeitgebers. Erl\u00e4sst er etwa missverst\u00e4ndliche oder falsche Weisungen oder instruiert er die Arbeitnehmer ungen\u00fcgend, wird die Haftung der fehlbaren Arbeitnehmer reduziert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/relevancy.bger.ch\/php\/aza\/http\/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-04-2025-4A_159-2024&amp;lang=de&amp;type=show_document\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BGer 4A_159\/2024 vom 23. April 2025<\/a><\/h3>\n<p>Das Bundesgericht ging detailliert auf die Voraussetzungen der Haftung eines Arbeitnehmers ein:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Voraussetzung der Haftung<\/h4>\n<p>F\u00fcr eine Haftung des Arbeitnehmers sind vier Voraussetzungen zu erf\u00fcllen: Schaden des Arbeitgebers, Vertragsverletzung durch den Arbeitnehmer, Kausalzusammenhang zwischen Verletzung und Schaden, sowie vors\u00e4tzliches oder fahrl\u00e4ssiges Verhalten. Der Arbeitgeber muss die Vertragsverletzung, den Schaden und den Kausalzusammenhang (nat\u00fcrlich und ad\u00e4quat) beweisen (Art. 8 ZGB). Der Arbeitnehmer muss beweisen, dass ihn kein Verschulden trifft.<\/p>\n<p><em>En vertu de l&#8217;art. 321e CO, le travailleur r\u00e9pond du dommage qu&#8217;il cause \u00e0 l&#8217;employeur intentionnellement ou par n\u00e9gligence. Pour que l&#8217;employeur puisse r\u00e9clamer des dommages-int\u00e9r\u00eats au travailleur sur la base de cette disposition, les quatre conditions essentielles suivantes doivent \u00eatre r\u00e9alis\u00e9es: l&#8217;existence d&#8217;un dommage subi par l&#8217;employeur; la violation, par le travailleur, d&#8217;une obligation contractuelle, soit l&#8217;ex\u00e9cution imparfaite ou l&#8217;inex\u00e9cution du contrat; le rapport de causalit\u00e9 entre la violation et le dommage; enfin, la faute commise intentionnellement ou par n\u00e9gligence (ATF 144 III 327 consid. 4.2; arr\u00eats 4A_402\/2021 du 14 mars 2022 consid. 5.1; 4C.196\/1998 du 17 ao\u00fbt 1998 consid. 3; Wolfgang Portmann\/Roger Rudolph, in Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 7e \u00e9d. 2020, n. 1 ad art. 321e CO; Pierre TERCIER\/LAURENT BIERI\/BLAISE CARRON, Les contrats sp\u00e9ciaux, 5e \u00e9d. 2016, n. 2820 ss; R\u00e9my WYLER\/BORIS HEINZER\/AUR\u00c9LIEN WITZIG, Droit du travail, 5e \u00e9d. 2024, p. 158 ss). L&#8217;employeur doit all\u00e9guer et prouver, conform\u00e9ment \u00e0 l&#8217;art. 8 CC, les trois faits constitutifs de cette norme de responsabilit\u00e9 que sont la violation du contrat, le dommage et le rapport de causalit\u00e9 (naturelle et ad\u00e9quate) entre la violation contractuelle et le dommage. En revanche, il incombe \u00e0 l&#8217;employ\u00e9 de prouver qu&#8217;aucune faute ne lui est imputable (arr\u00eats 4A_402\/2021 pr\u00e9cit\u00e9 consid. 5.1; 4C.196\/1998 pr\u00e9cit\u00e9 consid. 3).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Vertragsverletzung und Verschulden<\/h4>\n<p>Das Kantonsgericht stellte fest, dass der Arbeitnehmer vertrauliche interne Informationen an weitergab. Dies verletzte seine Treuepflicht, Geheimhaltungspflicht und Sorgfaltspflicht (Art. 321a Abs. 4 OR i.V.m. Art. 717 OR). Es gab keine Rechtfertigungsgr\u00fcnde (insb. kein Whistleblowing, da er keine Beh\u00f6rden kontaktierte und die Weitergabe nach Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses erfolgte). Die Vertragsverletzung war somit unbestritten.<\/p>\n<p><em>Dans le cas pr\u00e9sent, la cour cantonale a retenu, en faits, que le d\u00e9fendeur avait transmis le 5 ao\u00fbt 2014 \u00e0 Z.________ des informations et notamment des courriels internes \u00e0 la demanderesse, frapp\u00e9s du sceau de la confidentialit\u00e9, dont le journal s&#8217;est servi pour les articles qu&#8217;il a publi\u00e9s subs\u00e9quemment ( i.e. d\u00e8s le 12 ao\u00fbt 2014; cf. supra let. Ah). Il avait viol\u00e9 les devoirs de fid\u00e9lit\u00e9, de confidentialit\u00e9 et de diligence auxquels il \u00e9tait tenu en tant qu&#8217;employ\u00e9 et administrateur de la demanderesse (art. 321a al. 4 CO cum 717 CO). Il ne pouvait se pr\u00e9valoir d&#8217;aucun motif justificatif, a estim\u00e9 la Chambre patrimoniale cantonale, laquelle relevait en particulier que le d\u00e9fendeur n&#8217;avais jamais contact\u00e9 aucune autorit\u00e9 p\u00e9nale dans le but de faire part de comportements qu&#8217;il consid\u00e9rait comme p\u00e9nalement r\u00e9pr\u00e9hensibles ou immoraux, de sorte que la divulgation d&#8217;informations confidentielles commise alors qu&#8217;il n&#8217;\u00e9tait plus actif au sein de la demanderesse n&#8217;avait rien \u00e0 voir avec du whistleblowinget ne s&#8217;apparentait \u00e0 rien de licite. La cour cantonale a fond\u00e9 le rejet de sa demande en paiement essentiellement sur l&#8217;absence de lien de causalit\u00e9, de sorte que cet aspect ne lui a pas inspir\u00e9 une ligne. Quoi qu&#8217;il en soit, dans sa r\u00e9ponse, l&#8217;employ\u00e9 ne dit mot de cette question, pas plus qu&#8217;il n&#8217;articule l&#8217;ombre d&#8217;un moyen qui tendrait \u00e0 d\u00e9montrer qu&#8217;une faute ne lui serait pas imputable. Partant, la violation fautive par l&#8217;employ\u00e9 de ses obligations contractuelles ne fait pas d\u00e9bat.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Kausalzusammenhang<\/h4>\n<p>Dies war der zentrale Punkt der Beschwerde, da das Kantonsgericht den Kausalzusammenhang verneint hatte.<br \/>\nNat\u00fcrliche Kausalit\u00e4t: Der natr\u00fcliche Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn das sch\u00e4digende Verhalten nicht weggedacht werden kann, ohne dass der Schaden entfiele (&#8222;conditio sine qua non&#8220;). Das Bundesgericht pr\u00fcft die Feststellung der nat\u00fcrlichen Kausalit\u00e4t nur auf Willk\u00fcr.<\/p>\n<p><em>5.1.1. La causalit\u00e9 naturelle entre deux \u00e9v\u00e9nements est r\u00e9alis\u00e9e lorsque, sans le premier, le second ne se serait pas produit (ATF 143 III 242 consid. 3.7; 133 III 462 consid. 4.4.2). Il n&#8217;est pas n\u00e9cessaire que l&#8217;\u00e9v\u00e9nement consid\u00e9r\u00e9 soit la cause unique ou imm\u00e9diate du r\u00e9sultat. La constatation de la causalit\u00e9 naturelle rel\u00e8ve du fait (ATF 143 III 242 consid. 3.7; 133 III 462 consid. 4.4.2; 132 III 715 consid. 2.2; arr\u00eats 4A_133\/2021 du 26 octobre 2021 consid. 9.1.1; 4A_342\/2020 du 29 juin 2021 consid. 7.1.1; 4A_66\/2010 du 27 mai 2010 consid. 2.3.1).<\/em><\/p>\n<p><em>Pour dire s&#8217;il y a causalit\u00e9 naturelle, le juge doit appr\u00e9cier les preuves apport\u00e9es et s&#8217;interroger, de mani\u00e8re purement factuelle, sur l&#8217;encha\u00eenement des \u00e9v\u00e9nements et le caract\u00e8re indispensable, pour provoquer le r\u00e9sultat, du comportement invoqu\u00e9 \u00e0 l&#8217;appui de la demande. Il appartient donc au juge d&#8217;appr\u00e9cier les diverses preuves et de constater l&#8217;existence &#8211; ou l&#8217;inexistence &#8211; du rapport de causalit\u00e9 naturelle. Il lui incombe de savoir que la norme qu&#8217;il applique exige la causalit\u00e9 et de conna\u00eetre le sens de cette notion (cf. ATF 128 III 180 consid. 2d; 128 III 174 consid. 2b; arr\u00eat 4A_45\/2009 du 25 mars 2009 consid. 2.4).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Ad\u00e4quate Kausalit\u00e4t<\/h4>\n<p>Dabei handelt es sich um eine Rechtsfrage, die vom BGer frei \u00fcberpr\u00fcfbar ist. Sie ist gegeben, wenn das Verhalten nach dem gew\u00f6hnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, ein Ergebnis der eingetretenen Art herbeizuf\u00fchren (objektive R\u00fcckw\u00e4rtsprognose). Die ad\u00e4quate Kausalit\u00e4t kann unterbrochen werden durch aussergew\u00f6hnliche Ereignisse (h\u00f6here Gewalt, schweres Dritt- oder Selbstverschulden), die so gravierend sind, dass sie die anderen Ursachen in den Hintergrund dr\u00e4ngen. Bei mehreren Sch\u00e4digern, deren Verhalten jeweils ad\u00e4quat kausal ist, haften sie solidarisch (Art. 51 OR analog). Der Gesch\u00e4digte hat Anspruch auf Ersatz des gesamten Schadens von jedem Sch\u00e4diger. Die Beweislast f\u00fcr eine Kausalit\u00e4tsunterbrechung liegt beim Sch\u00e4diger.<\/p>\n<p><em>5.1.2. Un fait constitue la cause ad\u00e9quate d&#8217;un r\u00e9sultat s&#8217;il est propre, d&#8217;apr\u00e8s le cours ordinaire des choses et l&#8217;exp\u00e9rience g\u00e9n\u00e9rale de la vie, \u00e0 entra\u00eener un r\u00e9sultat du genre de celui qui s&#8217;est produit (ATF 143 III 242 consid. 3.7 et l&#8217;arr\u00eat cit\u00e9; arr\u00eats 4A_133\/2021 pr\u00e9cit\u00e9 consid. 9.1.2; 4A_342\/2020 pr\u00e9cit\u00e9 consid. 7.1.2). Pour savoir si un fait est la cause ad\u00e9quate d&#8217;un pr\u00e9judice, le juge proc\u00e8de \u00e0 un pronostic r\u00e9trospectif objectif: se pla\u00e7ant au terme de la cha\u00eene des causes, il lui appartient de remonter du dommage dont la r\u00e9paration est demand\u00e9e au chef de responsabilit\u00e9 invoqu\u00e9 et de d\u00e9terminer si, dans le cours normal des choses et selon l&#8217;exp\u00e9rience g\u00e9n\u00e9rale de la vie humaine, une telle cons\u00e9quence demeure dans le champ raisonnable des possibilit\u00e9s objectivement pr\u00e9visibles (ATF 129 II 312 consid. 3.3 et les arr\u00eats cit\u00e9s; arr\u00eats 4A_74\/2016 du 9 septembre 2016 consid. 3.2; 4A_45\/2009 pr\u00e9cit\u00e9 consid. 3.2). L&#8217;existence d&#8217;un rapport de causalit\u00e9 ad\u00e9quate doit \u00eatre appr\u00e9ci\u00e9e de cas en cas par le juge selon les r\u00e8gles du droit et de l&#8217;\u00e9quit\u00e9, conform\u00e9ment \u00e0 l&#8217;art. 4 CC. Il s&#8217;agit de d\u00e9terminer si un dommage peut encore \u00eatre \u00e9quitablement imput\u00e9 \u00e0 l&#8217;auteur, eu \u00e9gard au but de la norme de responsabilit\u00e9 applicable (ATF 123 III 110 consid. 3a et les r\u00e9f\u00e9rences).<\/em><\/p>\n<p><em>La causalit\u00e9 ad\u00e9quate peut \u00eatre interrompue par un \u00e9v\u00e9nement extraordinaire ou exceptionnel auquel on ne pouvait s&#8217;attendre &#8211; la force majeure, la faute ou le fait (grave) d&#8217;un tiers et la faute ou le fait (grave) du l\u00e9s\u00e9 -, et qui rev\u00eat une importance telle qu&#8217;il s&#8217;impose comme la cause la plus imm\u00e9diate du dommage et rel\u00e8gue \u00e0 l&#8217;arri\u00e8re-plan les autres facteurs ayant contribu\u00e9 \u00e0 le provoquer, y compris le fait imputable \u00e0 la partie recherch\u00e9e (ATF 143 III 242 consid. 3.7; 130 III 182 consid. 5.4; 127 III 453 consid. 5d; 122 IV 17 consid. 2c\/bb; 116 II 519 consid. 4b). Autrement dit, l&#8217;intensit\u00e9 de chacune des causes en pr\u00e9sence est d\u00e9terminante: si la faute du l\u00e9s\u00e9 ou d&#8217;un tiers appara\u00eet lourde au point de presque supplanter le fait imputable \u00e0 la partie recherch\u00e9e, alors le lien de causalit\u00e9 ad\u00e9quate est rompu (ATF 130 III 182 consid. 5.4; 116 II 519 consid. 4b).<\/em><\/p>\n<p><em>La faute ou le fait d&#8217;un tiers ne lib\u00e8re donc en principe pas l&#8217;auteur de sa responsabilit\u00e9, \u00e0 moins que cette faute ou ce fait ne soit si important qu&#8217;il apparaisse comme la seule cause du pr\u00e9judice (FRANZ WERRO, La responsabilit\u00e9 civile, 3e \u00e9d. 2017, p. 85 n. 279; HEINZ REY\/ISABELLE WILDHABER, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 6e \u00e9d. 2024, p. 123 n. 684; ROLAND BREHM, Berner Kommentar, 5e \u00e9d. 2021, n. 140 ad art. 41 CO). Lorsque plusieurs personnes ont eu chacune de leur c\u00f4t\u00e9 un comportement qui est \u00e0 l&#8217;origine du m\u00eame dommage, elles en r\u00e9pondent en vertu de causes diff\u00e9rentes. Le l\u00e9s\u00e9, dont la situation ne saurait \u00eatre aggrav\u00e9e du fait de la pluralit\u00e9 de responsables, dispose d&#8217;un concours d&#8217;actions: il peut s&#8217;en prendre indiff\u00e9remment \u00e0 l&#8217;un ou \u00e0 l&#8217;autre de ces responsables ou \u00e0 tous et r\u00e9clamer \u00e0 chacun la r\u00e9paration de l&#8217;entier de son dommage (arr\u00eat 4A_342\/2020 pr\u00e9cit\u00e9 consid. 7.1.2; WERRO, op. cit., p. 476 n. 1691; REY\/WILDHABER, op. cit., p. 291 n. 1630 s.; BREHM, op. cit., n. 18 ad art. 51 CO). Proc\u00e9duralement, si le l\u00e9s\u00e9 ouvre action en m\u00eame temps contre plusieurs responsables, on parle de cumul subjectif d&#8217;actions (art. 71 al. 1 CPC). Mat\u00e9riellement toutefois, le l\u00e9s\u00e9 ne pourra obtenir qu&#8217;une seule fois la r\u00e9paration de son dommage; le paiement effectu\u00e9 par l&#8217;un des oblig\u00e9s lib\u00e8re les autres envers le l\u00e9s\u00e9 (WERRO, op. cit., p. 477 n. 1693; BREHM, op. cit., n. 18 ad art. 51 CO).<\/em><\/p>\n<p><em>La causalit\u00e9 ad\u00e9quate est une question de droit, que le Tribunal f\u00e9d\u00e9ral revoit librement (ATF 143 III 242 consid. 3.7; 139 V 176 consid. 8.4.3). La preuve des faits relatifs aux facteurs interruptifs de la causalit\u00e9 ad\u00e9quate incombe au d\u00e9biteur.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Anwendung auf den Fall<\/h4>\n<p>Das Kantonsgericht hatte die nat\u00fcrliche Kausalit\u00e4t verneint, da der Ruf der Arbeitgeberin bereits vor der Kommunikation bzw. der Geheimnisverletzung des Arbeitnehmers &#8222;schwerwiegend gesch\u00e4digt&#8220; gewesen sei (Beauftragung von Beratern bereits im Juli). Das BGer erachtete dies als willk\u00fcrlich. Die Tatsache, dass der Ruf bereits angekratzt war, bedeute nicht, dass die sp\u00e4teren, durch die Informationen des Beklagten gest\u00fctzten Artikel keinen weiteren Schaden verursacht h\u00e4tten oder keine Kosten zur Schadensbegrenzung n\u00f6tig gewesen w\u00e4ren. Die ersten Artikel lieferten Ansatzpunkte (&#8222;accroche&#8220;), die sp\u00e4teren Artikel (ab 12. August), die interne Dokumente und Aussagen des Arbeitnehmers nutzten, seieh &#8222;weit zerst\u00f6rerischer&#8220; (&#8222;autrement plus destructeurs&#8220;), detailliert und wirkten durch die Quellen (interner Manager, interne Dokumente) glaubw\u00fcrdiger gewesen. Die Beauftragung von Beratern zur Reaktion auf diese fortlaufenden, detaillierten Enth\u00fcllungen lag im normalen Lauf der Dinge. Die Kosten seien daher eine Folge der Enth\u00fcllungen des Arbeitnehmers.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der ad\u00e4quaten Kausalit\u00e4t stellte das Bundesgericht fest, dass die Enth\u00fcllung vertraulicher Fakten und Dokumente an die internationale Presse durch einen ehemaligen Manager der betroffenen Gesellschaft nach dem gew\u00f6hnlichen Lauf der Dinge geeignet seien, den Ruf zu sch\u00e4digen und Kosten f\u00fcr dessen Verteidigung zu verursachen. Die ad\u00e4quate Kausalit\u00e4t sei somit ebenfalls gegeben.<\/p>\n<p>Das Bundesgericht kam daher zum Schluss, dass das Kantonsgericht den Kausalzusammenhang (nat\u00fcrlich und ad\u00e4quat) zu Unrecht verneint habe. Der zugesprochene Schadenersatz wurde aber im Vergleich zur Klage massiv reduziert auf CHF 24&#8217;648.05 und EUR 3&#8217;950.00.<\/p>\n<p>Siehe zum ganzen auch den Beitrag<strong><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2019\/02\/27\/die-haftung-des-arbeitnehmers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Die Haftung des Arbeitnehmers.<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Weitere Beitr\u00e4ge zur Treuepflicht:<\/h4>\n<ul>\n<li class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2019\/09\/17\/semper-fidelis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Semper fidelis?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2019\/02\/03\/sind-konventionalstrafen-mit-art-321e-or-vereinbar\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konventionalstrafe im Arbeitsrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/05\/01\/nebenbeschaeftigungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nebenbesch\u00e4ftigungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2016\/04\/03\/nebentaetigkeiten-wenn-eine-arbeit-zu-wenig-ist\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nebent\u00e4tigkeiten \u2013 wenn eine Arbeit zu wenig ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2019\/03\/31\/die-allgemeine-treuepflicht-des-arbeitnehmers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die allgemeine Treuepflicht des Arbeitnehmers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2019\/04\/25\/kundenabwerbung-vor-und-nach-ende-des-arbeitsverhaeltnisses\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kundenabwerbung vor und nach dem Ende des Arbeitsverh\u00e4ltnisses<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/09\/07\/kundenabwerbung-durch-arbeitnehmer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kundenabwerbung durch Arbeitnehmer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2022\/09\/15\/sport-und-treuepflicht-ein-widerspruch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sport und Treuepflicht \u2013 ein Widerspruch?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2023\/10\/12\/treuepflicht-ansehen-des-arbeitgebers-ist-zu-wahren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treuepflicht: Ansehen des Arbeitgebers ist zu wahren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/2018\/10\/25\/occassionsbrenner-treuepflichtverletzung-fristlose-entlassung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Occassionsbrenner \u2013 Treuepflichtverletzung \u2013 fristlose Entlassung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Autor:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/person\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nicolas F<\/a><a href=\"https:\/\/www.arbeitsrecht-aktuell.ch\/de\/person\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">acincani<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Weitere umfassende Informationen zum Arbeitsrecht finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.exlibris.ch\/de\/buecher-buch\/deutschsprachige-buecher\/boris-etter\/arbeitsvertrag\/id\/9783727235108\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Umfassende Informationen zum Gleichstellungsrecht finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.exlibris.ch\/de\/buecher-buch\/deutschsprachige-buecher\/gleichstellungsgesetz-glg\/id\/9783727222047\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundsgericht hatte sich im Fall BGer 4A_195\/2024 vom 23. 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