Genügt eine bloss koordinative Tätigkeit für einen Provisionsanspruch? Und ist eine Kündigung missbräuchlich, wenn sie kurz nach der Geltendmachung einer solchen Forderung ausgesprochen wird?
Das Bundesgericht hatte im Entscheid BGer 4A_233/2025 vom 23. Februar 2026 zu beurteilen, ob eine koordinative Tätigkeit für einen Provisionsanspruch nach Art. 322b OR genügt und ob die spätere Kündigung als Rachekündigung nach Art. 336 Abs. 1 lit. d OR zu qualifizieren ist. Der Entscheid ist für die Praxis besonders interessant, weil er sowohl die Auslegung offener Provisionsklauseln als auch die Grenzen der Kündigungsfreiheit bei der Geltendmachung arbeitsvertraglicher Ansprüche schärft.
Sachverhalt
Der Arbeitnehmer war bei einer Immobiliengesellschaft als Assistant/Coordinator angestellt. Neben einem Fixlohn sah sein Arbeitsvertrag eine variable Vergütung vor. Danach stand ihm bei Verkäufen von Immobilien eine Provision von 0,1 % auf dem Verkaufspreis zu, allerdings nur «im Umfang seiner effektiven Beteiligung».
Im Zusammenhang mit einer Immobilienpromotion verlangte der Arbeitnehmer die Auszahlung einer solchen Provision. Die Arbeitgeberin stellte sich auf den Standpunkt, der Arbeitnehmer habe an den konkreten Verkäufen nicht in einem provisionsbegründenden Sinn mitgewirkt. In der Folge unterbreitete sie ihm einen Vertragsnachtrag, wonach ein Provisionsanspruch künftig nur noch dann bestehen sollte, wenn er ein Geschäft selbst eingebracht hätte. Der Arbeitnehmer verweigerte die Unterzeichnung dieses Nachtrags und hielt an seinen Forderungen aus dem ursprünglichen Vertrag fest.
Kurze Zeit später kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis. Zur Begründung berief sie sich auf wirtschaftliche Gründe. Der Arbeitnehmer machte geltend, die Kündigung sei in Wahrheit eine Reaktion auf seine Provisionsforderung und deshalb missbräuchlich.
Die kantonalen Instanzen gaben ihm weitgehend Recht. Das Bundesgericht bestätigte diesen Entscheid.
Erwägungen des Bundesgerichts zur Provision
Ausgangspunkt der bundesgerichtlichen Prüfung war die vertragliche Klausel zur variablen Vergütung. Nach Art. 18 OR ist bei der Vertragsauslegung zunächst nach dem wirklichen Parteiwillen zu suchen. Lässt sich ein übereinstimmender innerer Wille nicht feststellen, sind die Erklärungen nach dem Vertrauensprinzip auszulegen.
Dies war hier entscheidend. Der Vertrag verlangte keine direkte Verkaufstätigkeit, keine persönliche Akquisition und auch keinen unmittelbaren Vertragsabschluss durch den Arbeitnehmer. Die Klausel stellte allein auf eine «effektive Beteiligung» ab. Das Bundesgericht schloss daraus, dass nicht nur ein besonders intensiver oder ausschlaggebender Beitrag provisionsbegründend sein kann. Vielmehr genügt eine Tätigkeit, die in einem kausalen Zusammenhang mit dem späteren Verkauf steht.
Art. 322b Abs. 1 OR hält fest, dass eine vereinbarte Provision geschuldet ist, sobald das Geschäft mit dem Dritten gültig zustande gekommen ist. Die Bestimmung sagt zwar nicht ausdrücklich, wie nah die Tätigkeit des Arbeitnehmers am konkreten Vertragsabschluss liegen muss. Nach ständiger Rechtsprechung muss seine Tätigkeit jedoch zumindest kausal für das Zustandekommen des Geschäfts gewesen sein.
Dabei ist nicht erforderlich, dass der Arbeitnehmer die alleinige oder unmittelbare Ursache gesetzt hat. Es genügt, dass seine Tätigkeit im natürlichen Sinn zum Geschäftserfolg beigetragen hat. Das entspricht auch dem Zweck der Provision: Sie soll den Arbeitnehmer am Ergebnis seines eigenen Arbeitseinsatzes beteiligen und ihn leistungsbezogen motivieren.
Im konkreten Fall war der Arbeitnehmer nicht direkt in die Verkaufsgespräche mit den Käufern eingebunden. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hatte er aber eine wesentliche koordinative Funktion im Rahmen der gesamten Promotion. Er stimmte interne und externe Beteiligte aufeinander ab, koordinierte Abläufe zwischen Promotoren, Maklern und internen Bereichen und wirkte an Vermarktungsmassnahmen mit.
Das Bundesgericht hielt fest, dass solche Tätigkeiten durchaus provisionsrelevant sein können. Wer durch Organisation, Koordination und Mitwirkung an der Vermarktung einen funktionalen Beitrag dazu leistet, dass Verkäufe überhaupt zustande kommen, wirkt kausal am Verkaufsprozess mit. Es braucht nicht zwingend eine direkte Interaktion mit dem Käufer, damit ein Provisionsanspruch entsteht.
Damit bestätigt der Entscheid, dass eine Provisionsklausel nicht schematisch auf klassische Verkaufstätigkeiten reduziert werden darf. Massgeblich ist vielmehr, wie die vertragliche Regelung formuliert ist und ob die konkrete Tätigkeit des Arbeitnehmers in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem erzielten Geschäftserfolg steht.
Keine freie Überprüfung der Beweiswürdigung
Die Arbeitgeberin versuchte vor Bundesgericht insbesondere, die vorinstanzliche Annahme der Kausalität in Frage zu stellen. Damit hatte sie keinen Erfolg. Das Bundesgericht erinnerte daran, dass die natürliche Kausalität eine Tatfrage ist. Solche tatsächlichen Feststellungen überprüft es nur unter dem engen Gesichtspunkt der Willkür.
Die Arbeitgeberin beschränkte sich im Wesentlichen darauf, ihre eigene Sicht der Dinge der vorinstanzlichen Beweiswürdigung entgegenzuhalten. Das genügt nicht. Wer vor Bundesgericht Sachverhaltsrügen erhebt, muss präzise darlegen, weshalb die Feststellungen offensichtlich unhaltbar sein sollen. Bloss appellatorische Kritik bleibt unbeachtlich.
Missbräuchliche Kündigung
Nach Art. 336 Abs. 1 lit. d OR ist eine Kündigung missbräuchlich, wenn sie ausgesprochen wird, weil die andere Partei in guten Treuen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis geltend macht. Gemeint ist der klassische Fall der sogenannten Rachekündigung.
Das Arbeitsrecht kennt grundsätzlich Kündigungsfreiheit. Eine ordentliche Kündigung bedarf deshalb im Regelfall keines sachlichen Grundes. Art. 336 OR setzt dieser Freiheit jedoch dort Grenzen, wo die Kündigung auf einem missbilligten Motiv beruht. Wird eine Kündigung als missbräuchlich qualifiziert, ist sie zwar grundsätzlich wirksam, sie löst aber eine Entschädigung nach Art. 336a OR aus.
Ob eine Kündigung missbräuchlich ist, hängt entscheidend vom tatsächlichen Kündigungsmotiv ab. Dieses ist durch Auslegung der Umstände und Würdigung der Beweise zu ermitteln. Gerade in Fällen nach Art. 336 Abs. 1 lit. d OR wird der wahre Grund selten offen ausgesprochen. Entsprechend kommt Indizien besondere Bedeutung zu.
Im vorliegenden Fall fiel insbesondere die zeitliche Abfolge ins Gewicht: Zunächst machte der Arbeitnehmer seine Provisionsforderung geltend. Danach versuchte die Arbeitgeberin, die Provisionsregel vertraglich zu verschärfen. Der Arbeitnehmer verweigerte die Unterzeichnung des Nachtrags und beharrte auf seinem ursprünglichen Anspruch. Weniger als zwei Monate später wurde ihm gekündigt.
Hinzu kam, dass die von der Arbeitgeberin angeführten wirtschaftlichen Gründe nach Würdigung der kantonalen Instanzen nicht überzeugten. Dass parallel andere personelle Schritte unternommen wurden, sprach zusätzlich gegen einen echten wirtschaftlichen Kündigungsgrund.
Vor diesem Hintergrund war es bundesrechtskonform, die Kündigung als missbräuchlich zu qualifizieren.
Theoretische Einordnung
Dogmatisch ist die Provision Teil des Entgelts für die Arbeitsleistung. Sie gehört nicht zur freiwilligen Gratifikation, sondern stellt eine erfolgsbezogene Lohnkomponente dar. Das hat Bedeutung für die Auslegung entsprechender Klauseln: Wo eine variable Vergütung objektiv messbar an konkrete Geschäfte anknüpft, spricht vieles dafür, sie als verbindlichen Lohnbestandteil zu behandeln.
Gerade deshalb ist bei unklar formulierten Provisionsklauseln Zurückhaltung gegenüber restriktiven Auslegungen angezeigt. Soll die Provision nur in eng begrenzten Fällen geschuldet sein, muss dies vertraglich klar geregelt werden.
Der Entscheid verdeutlicht zudem, dass Art. 322b OR keine unmittelbare Verkaufstätigkeit verlangt. In arbeitsteiligen Organisationen ist der Geschäftsabschluss regelmässig das Ergebnis mehrerer Beiträge. Neben eigentlichen Verkaufsgesprächen können auch interne Koordination, Projektsteuerung, Marketing oder administrative Begleitung funktional für den Erfolg des Geschäfts entscheidend sein.
Ob eine solche Tätigkeit provisionsrechtlich genügt, hängt stets von der konkreten Vertragsklausel ab. Ist diese offen formuliert, kann bereits eine mitursächliche Beteiligung ausreichen. Der Entscheid bestätigt damit einen funktionalen, wirtschaftlich realistischen Ansatz.
Ebenso deutlich ist die Schutzfunktion von Art. 336 Abs. 1 lit. d OR. Ein Arbeitnehmer soll vertragliche oder gesetzliche Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis geltend machen können, ohne befürchten zu müssen, deswegen gekündigt zu werden. Geschützt ist dabei nicht nur der Arbeitnehmer, der am Ende des Prozesses tatsächlich obsiegt. Entscheidend ist, dass er seine Ansprüche in guten Treuen geltend gemacht hat.
Gerade darin liegt der Sinn der Norm: Ohne diesen Schutz könnte ein Arbeitgeber die Durchsetzung von Arbeitnehmeransprüchen faktisch dadurch unterlaufen, dass er auf deren Geltendmachung mit einer Kündigung reagiert.
Fälle missbräuchlicher Kündigung scheitern in der Praxis häufig nicht an der materiellen Norm, sondern an der Beweisführung. Der wirkliche Kündigungsgrund lässt sich nur selten direkt beweisen. Umso wichtiger sind Indizien wie der enge zeitliche Zusammenhang zwischen Anspruchserhebung und Kündigung, widersprüchliche Begründungen, vorgängige Spannungen über Lohnbestandteile oder Versuche, die Anspruchsgrundlage kurz vor der Kündigung vertraglich zu verändern.
Der vorliegende Entscheid zeigt exemplarisch, dass es oft gerade die Gesamtschau dieser Elemente ist, welche zur Annahme einer missbräuchlichen Kündigung führt.
Fazit für die Praxis
Der Entscheid überzeugt. Er zeigt zunächst, dass offen formulierte Provisionsklauseln erhebliche Auslegungsrisiken bergen. Wer Provisionen nur für selbst akquirierte Geschäfte oder für unmittelbare Abschlusstätigkeiten ausrichten will, muss dies ausdrücklich und unmissverständlich regeln. Begriffe wie «Mitwirkung», «Beteiligung» oder «effektive Beteiligung» lassen Raum für eine weite Auslegung.
Ebenso konsequent ist, dass auch koordinative und organisatorische Tätigkeiten provisionsrelevant sein können, wenn sie im konkreten Fall kausal zum Geschäftsabschluss beitragen. Der Entscheid trägt damit den Realitäten arbeitsteiliger Verkaufsprozesse Rechnung und verhindert, dass offene Provisionsklauseln nachträglich auf klassische Akquisitionstätigkeiten verengt werden.
Schliesslich unterstreicht der Entscheid die praktische Tragweite von Art. 336 Abs. 1 lit. d OR. Kündigt ein Arbeitgeber kurz nachdem ein Arbeitnehmer Provisions-, Bonus- oder sonstige Lohnansprüche geltend gemacht hat, besteht ein erhebliches Risiko einer missbräuchlichen Rachekündigung – insbesondere dann, wenn der behauptete Kündigungsgrund nicht konsistent und belastbar nachgewiesen werden kann.
Die Ausführungen des Bundesgerichts zur geschuldeten Provision
4.1. Pour déterminer si un contrat a été conclu, quels en sont les cocontractants et quel en est le contenu, le juge doit interpréter les manifestations de volonté des parties (ATF 144 III 93 consid. 5.2; arrêt 4A_219/2024 du 2 avril 2025 consid. 4.1).
Selon les règles d’interprétation des contrats déduites de l’art. 18 CO, le juge doit tout d’abord rechercher la réelle et commune intention des parties (interprétation subjective), le cas échéant empiriquement, sur la base d’indices. Constituent des indices en ce sens non seulement la teneur des déclarations de volonté – écrites ou orales -, mais encore le contexte général, soit toutes les circonstances permettant de découvrir la volonté réelle des parties, qu’il s’agisse de déclarations antérieures à la conclusion du contrat ou de faits postérieurs à celle-ci, en particulier le comportement ultérieur des parties établissant quelles étaient à l’époque les conceptions des contractants eux-mêmes. Cette interprétation dite subjective relève du fait (ATF 144 III 93 consid. 5.2.2 et les arrêts cités).
Si la volonté réelle des parties ne peut pas être établie ou si les volontés intimes divergent, le juge doit interpréter les déclarations et comportements des parties selon le principe de la confiance, en recherchant comment une déclaration ou une attitude pouvait de bonne foi être comprise en fonction de l’ensemble des circonstances (ATF 148 III 57 consid. 2.2.1; ATF 144 III 93 consid. 5.2.3 et les arrêts cités). Le sens d’un texte, apparemment clair, n’est pas forcément déterminant, de sorte que l’interprétation purement littérale est prohibée (ATF 148 III 57 consid. 2.2.1). L’interprétation dite objective s’effectue non seulement d’après le texte et le contexte des déclarations, mais également sur le vu des circonstances qui les ont précédées et accompagnées, à l’exclusion des circonstances postérieures (ATF 144 III 93 consid. 5.2.3; 133 III 61 consid. 2.2.1). La détermination de la volonté objective des parties, selon le principe de la confiance, est une question de droit, que le Tribunal fédéral examine librement (ATF 148 III 57 consid. 2.2.1; ATF 144 III 93 consid. 5.2.3).
Lorsque l’interprétation ainsi dégagée laisse subsister un doute sur leur sens, les clauses contractuelles doivent être interprétées en défaveur de leur auteur, conformément à la règle dite des clauses ambiguës ( in dubio contra stipulatorem) (ATF 148 III 57 consid. 2.2.2; 146 III 339 consid. 5.2.3 et les références citées).
4.2. D’après l’art. 322b al. 1 CO, s’il est convenu que le travailleur a droit à une provision sur certaines affaires, elle lui est acquise dès que l’affaire a été valablement conclue avec le tiers.
Lorsque la clause contractuelle ne précise pas les conditions du droit à la provision, il convient de se référer à l’art. 322b CO pour compléter la convention des parties. Il faut cependant constater que l’art. 322b CO n’est pas explicite non plus quant à l’activité que le travailleur doit déployer pour avoir droit à la provision. L’activité du travailleur doit apparaître, sauf convention contraire, comme une cause de la conclusion du contrat. En l’absence de toute clause contractuelle fixant d’autres règles, on ne peut en effet pas imaginer que l’employeur se soit engagé à verser une provision sur toute affaire conclue, même si celle-ci n’a pas été procurée par l’activité du travailleur. Une interprétation contraire reviendrait à ignorer le but économique de la provision, qui est de motiver le travailleur et de l’intéresser au résultat de son travail (ATF 128 III 174 consid. 2b).
4.3. La Cour d’appel a rappelé les principes gouvernant l’interprétation d’une clause contractuelle (art. 18 al. 1 CO) et ceux qui régissent la naissance du droit à une provision (art. 322b al. 1 CO). Elle n’est pas parvenue à établir la volonté réelle des parties. Elle a ainsi procédé à une interprétation objective.
4.3.1. Par contrat signé le 9 novembre 2018, la recourante a engagé l’intimé en qualité d’assistant/coordinateur pour une durée indéterminée à un taux de 100 %. La clause VI du contrat prévoit une rémunération fixe et une rémunération variable, ici litigieuse:
„La rémunération variable de l’employé est constituée des commissions sur les ventes de biens immobiliers, étant précisé que ces commissions ne sont dues qu’à concurrence de la participation effective de l’employé. Le montant est de 0.1 % sur le prix de vente du lot“.
4.3.2. Pour la cour cantonale, il se déduisait des termes „participation effective“, issus du contrat de travail, qu’il devait exister un lien de causalité entre le travail de l’employé et l’affaire pour laquelle il sollicitait le versement d’une commission. De plus, la clause faisait expressément référence aux ventes immobilières, de sorte que cette participation causale devait précisément être en lien avec une vente immobilière. Ainsi, il convenait d’admettre que la clause litigieuse prévoyait une commission en cas de participation causale de l’employé au processus de vente immobilière. II ne s’agissait toutefois pas d’une participation essentielle ou déterminante, mais uniquement causale. Ni la clause contractuelle, ni l’art. 322b CO n’étaient explicites quant à l’activité que le travailleur devait déployer pour avoir droit à la commission. Le sens d’une commission vise à motiver le travailleur et permettre de rémunérer toutes les personnes qui, à un titre ou un autre, participent d’une manière active au succès d’une opération de vente. Si l’employeuse avait voulu accorder une commission aux seuls cas où l’employé apportait une affaire concrète ou un acquéreur intéressé, elle aurait aisément pu le faire en adaptant la clause litigieuse, qui ne comportait pas ce genre de limitations. En définitive, la clause litigieuse devait être interprétée en ce sens que le droit à la commission de l’intimé était conditionné à ce que son activité soit dans un rapport de causalité avec la conclusion d’une vente immobilière. Il n’était en revanche pas nécessaire qu’il se soit agi d’une activité essentielle, seul un lien de causalité étant requis.
4.3.3. La recourante se limite à opposer des généralités à l’interprétation objective opérée par la cour cantonale. Cette interprétation ne viole en rien le droit fédéral. La clause contractuelle parle de „participation effective“ de l’employé, par quoi il faut comprendre une intervention jouant un rôle causal dans une vente immobilière. La clause a une portée très générale et couvre l’entier du processus de vente immobilière, afin d’accorder une rémunération à quiconque contribue au succès d’une opération de vente. C’est en vain que la recourante observe qu’une interprétation large serait incompatible avec l’art. 322b CO et dangereuse économiquement. Elle perd de vue que l’art. 322b CO constitue une disposition relativement impérative (art. 362 CO) destinée à protéger l’employé et que l’employeur conserve la faculté de proposer un contrat définissant spécifiquement voire limitativement les affaires pour lesquelles une provision entre en considération. La recourante n’établit nullement en quoi l’approche suivie serait inconciliable avec l’art. 322b CO, la jurisprudence observant uniquement qu’il doit exister un rapport de causalité entre l’activité du travailleur et la conclusion du contrat (ATF 128 III 174 consid. 2b précité et les références). La recourante invoque, peut-être en confusion avec l’arrêt précité, l’arrêt publié aux „ATF 138 III 274„, alors que ce dernier arrêt n’a aucune pertinence ici. La recourante entend s’inspirer des règles en matière de courtage. On comprend qu’elle focalise son argumentaire sur le lien entre l’activité de l’intimé et son droit à la provision, en soulignant qu’il n’a pas eu d’activité directe avec la vente. Cet aspect revient à mettre en cause la causalité retenue par la cour cantonale. La recourante n’indique pas spécifiquement quelle différence il y aurait lieu de faire entre activité déterminante ou directe et activité effective selon la formulation contractuelle. Surtout, elle omet que la Cour d’appel a elle aussi posé, comme condition du droit de l’intimé aux commissions stipulées dans le contrat de travail, l’existence d’une relation de causalité entre l’activité déployée par le travailleur et le résultat obtenu (cf. pour une configuration similaire, arrêt 4A_200/2009 du 26 juin 2009 consid. 5).
4.4.
4.4.1. La causalité naturelle entre deux événements est réalisée lorsque, sans le premier, le second ne se serait pas produit. Il n’est pas nécessaire que l’événement considéré soit la cause unique ou immédiate du résultat. La constatation de la causalité naturelle relève du fait (ATF 143 III 242 consid. 3.7; 133 III 462 consid. 4.4.2).
4.4.2. La cour cantonale a retenu que les tâches effectuées par l’intimé étaient causales des ventes immobilières intervenues. D’une part, il avait joué un rôle dans la mise en place et l’organisation de la commercialisation des lots de la promotion „xxx“, un témoin ayant même qualifié d’essentiel le rôle de l’intimé dans cette promotion. D’autre part, l’intervention de l’intimé en tant que coordinateur avait été un levier décisif des ventes. Il avait en effet assumé la coordination de la promotion entre les différents intervenants, comme les promoteurs et les courtiers, et entre les services de courtage, de gérance et de location. Il avait en outre collaboré, à un certain moment, avec deux personnes en vue de la coordination marketing du projet et sa publication sur les réseaux sociaux. Bien que l’intimé ne soit pas directement intervenu dans la vente des lots, les tâches de coordination qu’il avait assumées avaient représenté un processus indispensable sans lequel les ventes n’auraient pas abouti. La cour cantonale a ainsi admis le rôle causal de l’intimé et son droit aux commissions.
4.4.3. La recourante n’indique nullement en quoi la cour cantonale aurait versé dans l’arbitraire en retenant la causalité naturelle, qui relève du fait, entre les activités de l’intimé et les ventes immobilières. Elle se limite à invoquer librement un témoignage, dont la portée aurait été omise, dans une démarche appellatoire sans établir en quoi il était insoutenable de se fonder sur les différents témoignages mentionnés par la cour cantonale. Son argumentaire est inapte à établir un quelconque arbitraire.
4.5. Dès lors que la cour cantonale a admis sans arbitraire un lien entre l’activité de l’intimé et les ventes immobilières, elle n’a pas violé le droit fédéral en lui allouant les commissions contractuellement prévues, dont le quantum n’est pas discuté.
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Autor: Nicolas Facincani